Kleine Anfrage der GRÜNEN Landtagsfraktion zeigt landesweit 3.703 fehlende IGS-Plätze – Natalie Cramme-Hill fordert konsequente Schulentwicklungsplanung für Trier
An der Integrierten Gesamtschule Trier werden zum kommenden Schuljahr 106 Schülerinnen und Schüler keinen Platz erhalten. Damit setzt sich die hohe Nachfrage nach IGS-Plätzen in der Stadt fort. Landesweit fehlen nach einer Kleinen Anfrage der GRÜNEN Landtagsfraktion insgesamt 3.703 Plätze an Integrierten Gesamtschulen. Für die Trierer Landtagsabgeordnete Natalie Cramme-Hill ist klar: Das bestehende Angebot wird dem Wunsch vieler Familien längst nicht mehr gerecht.
„106 abgelehnte Kinder allein an der IGS Trier sind ein deutliches Warnsignal. Für die betroffenen Familien ist das eine große Enttäuschung. Viele Eltern entscheiden sich ganz bewusst für das gemeinsame Lernen an einer Integrierten Gesamtschule, weil sie darin die besten Entwicklungsmöglichkeiten für ihre Kinder sehen. Diesem berechtigten Wunsch muss die Schulentwicklungsplanung endlich Rechnung tragen“, erklärt Cramme-Hill.
Wer keinen Platz an seiner Wunschschule erhält, müsse häufig auf andere Schulformen oder weiter entfernte Schulen ausweichen – sofern dort überhaupt Kapazitäten vorhanden seien. Das bedeute längere Schulwege, mehr organisatorischen Aufwand und zusätzliche Belastungen für Familien. „Bildungschancen dürfen nicht vom Wohnort oder von freien Plätzen abhängen. Gerade für eine wachsende Stadt wie Trier brauchen wir eine vorausschauende Schulentwicklungsplanung, die den tatsächlichen Bedarf berücksichtigt.“
Nach Ansicht der Grünen müssen Stadt, Land und Schulträger gemeinsam frühzeitig die notwendigen Kapazitäten schaffen. „Es reicht nicht, jedes Jahr auf die aktuellen Anmeldezahlen zu reagieren. Wir müssen heute die Voraussetzungen schaffen, damit alle Kinder morgen den Bildungsweg einschlagen können, den sie und ihre Eltern sich wünschen.“
Cramme-Hill kritisiert zugleich die widersprüchliche Haltung der Landesregierung. Einerseits werde argumentiert, Integrierte Gesamtschulen seien aus pädagogischen Gründen in ihrer Größe begrenzt. Andererseits sehe der Koalitionsvertrag ausdrücklich vor, künftig auch sechszügige Integrierte Gesamtschulen zu ermöglichen.
„Landesweit fehlen 3.703 IGS-Plätze. Das zeigt, dass es sich nicht um Einzelfälle handelt, sondern um ein strukturelles Problem. Die Landesregierung muss jetzt darlegen, wann und wie sie ihre Ankündigung aus dem Koalitionsvertrag umsetzt. Familien brauchen Verlässlichkeit und Planungssicherheit statt jährlicher Unsicherheit.“
Die GRÜNEN erwarten deshalb, dass sowohl das Bildungsministerium als auch die kommunalen Schulträger den steigenden Bedarf an IGS-Plätzen konsequent in ihre Planungen aufnehmen. Ziel müsse es sein, den Elternwillen künftig deutlich besser abzubilden und jedem Kind den Zugang zu der Schulform zu ermöglichen, die seinen individuellen Fähigkeiten und Bedürfnissen am besten entspricht.