Wer eine Ausbildung macht, arbeitet, lernt und übernimmt Verantwortung. Trotzdem reicht das Geld für viele junge Menschen kaum bis zum Monatsende. Miete, Lebensmittel und Fahrtkosten werden zur täglichen Rechnung – und ein Nebenjob kommt oft noch dazu.
In meiner Rede im Landtag am 29.10.2026 zur Einbringung des Antrags „Auszubildende vor der Armutsfalle schützen“ mache ich deutlich: Eine Ausbildung muss ein guter Start ins Berufsleben sein. Niemand sollte sich zwischen dem Weg zur Arbeit, einem bezahlbaren Zuhause und dem Wocheneinkauf entscheiden müssen.
Der Antrag setzt bei vier Bereichen an:
Faire Ausbildungsvergütung: Die Mindestausbildungsvergütung soll auf 80 Prozent der durchschnittlichen tariflichen Vergütung steigen. Auch bei öffentlichen Aufträgen soll gelten: Wer den Zuschlag erhält, muss tariflich bezahlen – einschließlich der Auszubildenden.
Bessere Unterstützung: Berufsausbildungsbeihilfe und Schüler-BAföG sollen leichter zugänglich, elternunabhängig und an die tatsächlichen Lebenshaltungskosten angepasst werden. Dazu gehört eine Wohnkostenpauschale, die das Mietniveau vor Ort berücksichtigt.
Bezahlbares Wohnen: Das Programm „Junges Wohnen“ soll schneller und wirksamer umgesetzt werden. Der Antrag setzt sich für mehr Azubi-Wohnheime mit bezahlbaren Mieten und sozialpädagogischer Begleitung ein.
Mobilität, die zum Alltag passt: Ein flexibles Mobilitätsbudget soll Auszubildenden helfen, ihren Ausbildungsplatz zu erreichen – mit Jobticket, Dienstrad, E-Scooter, eigenem Auto oder Unterstützung beim Führerschein. Gerade im ländlichen Raum braucht es passende Lösungen.
Auszubildende halten Rheinland-Pfalz am Laufen: Sie pflegen, bauen, reparieren und versorgen. Wer Fachkräfte gewinnen und halten will, muss ihnen faire Bedingungen bieten. Der Antrag fordert deshalb konkrete Unterstützung – damit eine Ausbildung nicht an Geldsorgen scheitert.