Trier/Mainz, 24. September 2026 – Die Trierer Landtagsabgeordnete Natalie Cramme-Hill ist ab sofort Mitglied im Interregionalen Parlamentarierrat (IPR) der Großregion. Bei der heutigen konstituierenden Sitzung begann die neue Wahlperiode des grenzüberschreitenden parlamentarischen Gremiums. Cramme-Hill wird dabei in zwei der sechs ständigen Kommissionen des IPR mitarbeiten: in der Kommission 1 für Wirtschaftliche Fragen sowie in der Kommission 4 für Umwelt und Landwirtschaft.
„Für mich ist die Arbeit im IPR etwas ganz Besonderes, weil die Großregion meine Heimat ist. Ich bin in Nennig an der Obermosel, direkt am Dreiländereck, aufgewachsen. Luxemburg und Frankreich waren für mich schon als Kind keine fernen Nachbarländer, sondern Teil meines Alltags. Heute leben, arbeiten und bewegen sich hier täglich Menschen über Grenzen hinweg“, erklärt Cramme-Hill.
Der Interregionale Parlamentarierrat wurde 1986 gegründet und bringt Abgeordnete aus Rheinland-Pfalz, dem Saarland, Luxemburg, der Region Grand Est sowie der Wallonie, der Fédération Wallonie-Bruxelles und der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens zusammen. Der IPR tagt in der Regel zweimal jährlich. Seine Mitglieder beraten über grenzüberschreitende Herausforderungen und erarbeiten gemeinsame Empfehlungen, die anschließend an die Regierungen beziehungsweise Exekutiven der beteiligten Regionen weitergeleitet werden. 2026 feiert der IPR sein 40-jähriges Bestehen.
Sechs Kommissionen bearbeiten die zentralen Themen der Großregion
Die inhaltliche Arbeit des IPR findet vor allem in sechs ständigen Kommissionen statt:
- Kommission 1: Wirtschaftliche Fragen
- Kommission 2: Soziale Fragen
- Kommission 3: Verkehr und Kommunikation
- Kommission 4: Umwelt und Landwirtschaft
- Kommission 5: Schulwesen, Ausbildung, Forschung und Kultur
- Kommission 6: Innere Sicherheit, Katastrophenschutz und Rettungsdienste
Darüber hinaus können für konkrete Fragestellungen auch Sonderkommissionen eingerichtet werden.
Cramme-Hill wird sich insbesondere mit wirtschaftlichen und ökologischen Fragen beschäftigen. „Gerade bei Wirtschaft, Energie, Landwirtschaft und Umwelt zeigt sich, dass wir viele Herausforderungen nicht sinnvoll an einer Grenze stoppen können. Unternehmen arbeiten grenzüberschreitend, Menschen pendeln täglich zwischen den Regionen und Flüsse, Landschaften und Ökosysteme machen an keiner Landesgrenze halt.“
Für die Trierer Abgeordnete ist die grenzüberschreitende Zusammenarbeit auch mit Blick auf den Alltag der Menschen von besonderer Bedeutung. Die Großregion umfasst rund fünf Teilräume in vier Staaten und ist durch enge wirtschaftliche, soziale und kulturelle Verflechtungen geprägt. Fragen wie Mobilität, Fachkräfte, grenzüberschreitendes Arbeiten, Energieversorgung oder Umwelt- und Hochwasserschutz betreffen die Menschen in Trier und der Region unmittelbar. Beim jüngsten IPR-Plenum im Juni 2026 standen unter anderem Mobilität, Hochwasserschutz, grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung und erneuerbare Energien auf der Tagesordnung.
„Europa beginnt vor unserer Haustür“
„Europa findet nicht nur in Brüssel oder Straßburg statt. Europa findet jeden Tag hier bei uns statt – wenn Menschen über die Grenze zur Arbeit fahren, in Luxemburg einkaufen, in Frankreich ihre Freizeit verbringen oder wir gemeinsam unsere Mosel schützen. Genau deshalb ist es wichtig, dass auch die parlamentarische Zusammenarbeit in der Großregion funktioniert und konkrete Verbesserungen für die Menschen erreicht“, so Cramme-Hill.
Als Abgeordnete aus Trier will sie dabei insbesondere die Perspektive des westlichen Rheinland-Pfalz einbringen. Cramme-Hill ist seit Mai 2026 Mitglied des 19. Landtags Rheinland-Pfalz und dort unter anderem Sprecherin der GRÜNEN Landtagsfraktion für Arbeit, Aus- und Weiterbildung, Justiz, Verbraucherschutz und Europa. Ihre persönliche Verbindung zur Großregion reicht dabei weit zurück: Sie wuchs in Nennig bei Schengen auf, arbeitete mehrere Jahre in Luxemburg und lebt heute mit ihrer Familie in Trier.
„Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit den Abgeordneten aus unseren Nachbarregionen. Gerade in einer Zeit, in der Grenzen wieder stärker wahrgenommen werden, müssen wir zeigen, welchen konkreten Mehrwert grenzüberschreitende Zusammenarbeit für die Menschen schaffen kann.“
Hintergrund: Der Interregionale Parlamentarierrat
Der Interregionale Parlamentarierrat der Großregion ist eine beratende parlamentarische Versammlung und wurde am 16./17. Februar 1986 gegründet. Zu den beteiligten Teilregionen gehören Rheinland-Pfalz, das Saarland, Luxemburg, Grand Est, die Wallonie, die Fédération Wallonie-Bruxelles und die Deutschsprachige Gemeinschaft Belgiens. Die Abgeordneten arbeiten in sechs Fachkommissionen und verabschieden gemeinsame Empfehlungen zu grenzüberschreitenden Fragen.